von Stillfried und Rattonitz

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Neurode - Geschichte

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Geschichte der Stadt

Die Geschichte der Stadt Neurode und ihrer politischen und kirchlichen Zugehörigkeit ist eng verbunden mit der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Glatz, zu der Neurode gehörte. Das Gründungsjahr von Neurode ist nicht bekannt. Es entwickelte sich allmählich aus einer Handwerkersiedlung in der Vorstadt, wo schon sehr früh die Heilig-Kreuz-Kirche bestanden haben soll, die auch als Wallfahrtsstätte bekannt war.

Erstmals erwähnt wird Neurode 1337 im Zusammenhang mit einem Kirchenpatronat. 1347 war es im Besitz des Grundherrn Hannus Wustehube, der 1352 das Städtchen „Newenrode“ zusammen mit den Dörfern Hausdorf, Königswalde, Kunzendorf, Ludwigsdorf und Volpersdorf an Hensel von Donyn (Dohna) verkaufte. Für das Jahr 1363 wird eine Pfarrkirche genannt.

Während der Hussitenkriege wurde Neurode mehrmals überfallen und in Asche gelegt. 1434 erhielt es von seinem Grundherrn Stadtrechtsgrundsätze. Nach dem Tod des Friedrich von Donyn 1467 fielen Neurode und Mittelsteine als erledigtes Lehen an den böhmischen König Georg von Podiebrad. Dieser schenkte sie aus Dankbarkeit für geleistete Dienste dem Georg Stillfried-Rattonitz mit der Bedingung, eine der Schwestern des verstorbenen Friedrich von Donyn zu ehelichen. 1472 bestätigte Herzog Heinrich d. Ä. Münsterberg, der damalige Lehnsinhaber der Grafschaft Glatz, die Schenkung. Mitte des 16. Jahrhundert nahmen die Herren von Stillfried die Reformation an und stellten einen evangelischen Prediger an.

 

Obwohl die Herren von Stillfried im böhmischen Aufstand auf der Seite des Winterkönigs Friedrich von der Pfalz standen, büßten sie nach der Schlacht am Weißen Berge

 

Schlacht am Weißen Berge - Gemälde von Pieter Snayers
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen München -Leihgabe Armeemuseum Ingolstadt-

 

nur wenige Güter ein. 1624 kehrte Bernhard I. Stillfried im Zuge der Gegenreformation zum katholischen Glauben zurück und konnte so einer schweren Bestrafung entgehen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Neurode zerstört; zudem wütete 1633 die Pest, an der in Neurode und Umgebung fast 1000 Menschen starben.

 

Bernhardt I
Bernhardt I.

 

1742 und endgültig 1763 nach dem Hubertusburger Frieden kam Neurode zusammen mit der Grafschaft Glatz an Preußen. Die nachfolgenden Reformen des Freiherrn Karl vom Stein führten dazu, dass die Grundherren weitgehend entmachtet wurden. Aus Verärgerung darüber und auch wegen finanzieller Schwierigkeiten verkaufte Friedrich August Stillfried 1810 die Herrschaft Neurode an Anton Alexander von Magnis auf Eckersdorf. Da wegen der bestehenden Schulden bereits eine Zwangsverwaltung angeordnet war, konnte die Übertragung der Güter an die Herren von Magnis, die auf ihrem Schloss in Eckersdorf residierten, erst 1821 erfolgen. Das Neuroder Schloss nutzten sie als Sitz der Güterverwaltung, ab 1899 als Sitz der Bergbauverwaltung.

1854 bis 1932 war Neurode – durch Teilung des Kreises Glatz – Sitz des Landkreises Neurode. Erst 1879 konnte die Eisenbahnverbindung mit Glatz eröffnet werden, ein Jahr später folgte die Verbindung mit Waldenburg. Für die Realisierung dieser Strecke wurde über den Schwarzbachgrund damals Deutschlands höchster Eisenbahnviadukt errichtet. Um 1900 kam die private Eulengebirgsbahn hinzu[2].

Im Zweiten Weltkrieg blieb Neurode von Kampfhandlungen und Zerstörungen verschont. Als Folge dieses Kriegs wurde die Stadt 1945 unter polnische Verwaltung gestellt und in Nowa Ruda umbenannt, obwohl es auch tschechoslowakische Gebietsansprüche auf das Neuroder und Waldenburger Bergbaugebiet gab. Erster polnischer Bürgermeister war Edward Miernik. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Heimatvertriebene aus Ostpolen. Die deutsche Bevölkerung wurde 1946-1947 größtenteils vertrieben. Nicht ausgewiesen wurden zahlreiche Deutsche, die für das Funktionieren der Wirtschaft unverzichtbar waren. Dabei handelte es sich überwiegend um Facharbeiter des Bergbaus, die für die Förderung der Kohle benötigt wurden. Die meisten von ihnen konnten Ende der 1950er Jahre im Wege der Familienzusammenführung in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen.

Von 1957 bis 1973 war Nowa Ruda wiederum Sitz eines eigenen Landkreises. 1970 wurde im Osten der Stadt ein großes Kulturhaus errichtet.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 09. Januar 2009 um 16:33 Uhr